Mein Weihnachtsoutfit – wie vernähe ich Stretchsamt?

Schnittmuster_Meli_bpatterns_Samtshirt

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Liebe LeserIn,

am vergangenen Samstag hatte ich die fantastische Gelegenheit, die Fotos von meinem diesjährigen Weihnachtsoutfit in dem professionellen Fotostudio von Michael Ruder lichtpunkt.cc zu machen. Zusammen mit den umtriebigen Frauen der @sew7 Nähtruppe (Du findest uns auf Instagram 😉 ) machte das nicht nur Riesenspaß, sondern wir dürfen uns auch nachhaltig über besonders schön belichtetete Aufnahmen freuen, die ich hier sehr gerne zeige.

Inspiriert von Claudia aka @ganzmeinding entschied ich mich für Samt und zwar Stretchsamt oder auch Samtvelours genannt. Claudia zeigte vor kurzem ein Shirt in puderrose. Mir gefiel diese lebendige Oberfläche vom Samt und nicht nur das – er ist auch streichelweich, wie sich herausstellte. Weil der Stoff ins sich schon so auffällig ist, reicht ein simples Schnittmuster und man hat ein Hingucker-Oberteil. 

Verarbeitung von Samt – worauf achten?

Der Zuschnitt: Samt hat eine „Richtung“, das bemerkt man wenn man darüberstreicht. Man muss sich also entscheiden, sollen die feinen Fasern nach unten oder oben zeigen beim fertigen Kleidungsstück. Beachtet man das nicht, sieht es später so aus, als ob die Farben nicht stimmen. Obwohl ich das wußte, habe ich dann prompt das Vorderteil falsch zugeschnitten und mußte es deswegen noch ein 2. Mal zuschneiden.

Der rutschige Samt erfordert außerdem eine scharfe Schere und möglichst einlagigen Zuschnitt. Das wird präsiser.
Nähen von Stretchsamt: Stichlänge 3+ ist gut, ordentlich vorstecken auch (ich gestehe, ich bin da manchmal nachlässig), weil die beiden Samtlagen aufeinander „krabbeln“ und sich verschieben.  Genäht habe ich zu 90 % mit der Overlock. Samt franst jedoch nicht aus, also könnte man auch ohne weiteres  mit der normalen Nähmaschine nähen ohne Versäubern. Die Bündchen: Idealerweise hatte die Meterware besondere Webkanten, die ich praktischerweise für das Hals- bzw. Ärmelbündchen einsetzen konnte. Ich habe dazu die hintere Raglannaht oben am Hals und die Ärmelnaht unten ein Stück weit offen gelassen und das Bündchen (die Webkante einfach – nicht doppellagig) nur leicht gedehnt (es sollte locker sitzen – kein Knackwurstbündchen bitte) angenäht. Dann wurden die Nähte geschlossen und der Faden mit der Hand vernäht. Der Hüftbund wiederum ist aus dem Samtvelours und zwar doppellagig. Diesen könnte man genausogut weglassen, Geschmackssache. Kombiniert mit z. B. dieser abnehmbaren Pelzstola (Fakefur) und etwas Schmuck wird aus einem simplen Pulli ein WOW-Teil für Dein Weihnachtsoutfit.

Die Pelzstola gibts als Goodie bis zum Jahresende zusätzlich zum Schnittmuster Blusenshirt Meli dazu.

Mit diesem „ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ verabschiede ich mich für dieses Jahr von Euch. Danke fürs Lesen und Kommentieren. Es war und ist mir eine Freude. Alles Gute für die kommende Zeit und natürlich geruhsame und festliche Weihnachten wünscht Euch

Ingrid B.

Genäht habe ich das wandelbare Blusenshirt Meli  mit 3/4-Arm in Gr. 38 (normalerweise 40 – aber der Stoff ist gut elastisch) und die abnehmbare Pelzstola – derzeit als Kombipaket zum Vorteilspreis 😀

Der Samt Velours wurde bei Pepelinchen gekauft. Er ist übrigens aus 100 % Polyester, was mit anfangs stutzen ließ – da ich ausgewiesenermaßen keine Freundin von allzuviel Kunstfasern bin. Nach dem Tragetest kann ich ihn jedoch ruhigen Gewissens empfehlen. Das Material trägt sich sehr gut und angenehm. Die erwarteten Nebenwirkungen (Hitzewallungen bzw. -stau usw. blieben völlig aus). Es gibt ihn auch aus Seide – traumhaft und sündhaft teuer – so um die € 58,– der Meter.

Der Rock ist privat – ein vor Jahren gekauftes Lieblingsteil aus Ausbrennersamt.

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9 Antworten hinzugefügt

  1. Bine 10. Januar 2018 Antworten

    Liebe Ingrid,

    die Bilder sind atemberaubend schön. Der Hintergrund passt einfach perfekt zum Outfit. Da wird deine „Nähleistung“ zum Nebendarsteller.
    Das Outfit ist ein absoluter Hingucker!

    Wärmste Grüße
    Bine

    • Ingrid 10. Januar 2018 Antworten

      Liebe Bine,
      ich fühle mich sehr geschmeichelt. Die Nähleistung ist bei dem Shirt sowieso sehr gering. Ich habe bewußt auf die Materialien gesetzt und die Accessoires gesetzt. Merci <3

    • Ingrid 22. Januar 2018 Antworten

      Liebe Sabine, allerhöchstes Lob von Dir – ich bin dankbar und berührt und natürlich höchst erfreut über soviel Zuspruch.

  2. Heike 27. Dezember 2017 Antworten

    Wow, das sieht richtig klasse aus und steht dir unglaublich gut.

    • Ingrid 10. Januar 2018 Antworten

      Vielen Dank liebe Heike für das Kompliment. Bei besonderen Anläßen übertreibe ich gerne auch mal – dazu bin ich zu sehr Kind der 80iger. Das war vor der Alles- muss-pur-sein-Phase – Da hat man modemäßig so richtig übertrieben.

  3. Katrin Röthle 14. Dezember 2017 Antworten

    Wow, das sieht richtig toll aus. Ich bin auch ein großer Fan von Samt. Ein Kleidungsstück macht schon alleine damit so viel her. Ganz wunderbar.
    Liebe Grüße Katrin

    • Ingrid 10. Januar 2018 Antworten

      Ja, Katrin – so ist es. Es funktioniert schon mit einfachen Schnittmustern. Der Samt wirkt einfach für und in sich. je weniger man diese Wirkung mit allzuvielen Nähten unterbricht, um so besser. Aber gegen raffinierte Schnittmuster ist natürlich auch nichts einzuwenden, z. B. mit Raffungen etc.

  4. Andrea 14. Dezember 2017 Antworten

    Hallo Ingrid,
    dein Shirt ist wunderschön geworden. Danke für die Verarbeitungstips.
    viele Grüße
    Andrea

    • Ingrid 10. Januar 2018 Antworten

      Liebe Andrea,
      habe ich sehr gerne gemacht. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie unterschiedlich man die Materialien so anfassen muss. Da ist es immer gut, wenn es schon Erfahrungswerte gibt. Lieben Gruß

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